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Die Wechselatmung | Nadi Shodhana

8. Oktober 2020

Ob nun durch die Nase oder durch den Mund, ohne die Atmung würde kein Leben stattfinden – Atem ist Leben, Leben ist Atmen. Die Atmung ein hochkomplexer Prozess der von unserem Stammhirn und vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird. Geht es uns gut, fließt die Atmung ganz natürlich. Bewegen wir uns in einem gestressten Umfeld, sind angespannt oder verkrampft, verändert sich unsere Atmung deutlich. Infolge atmen wir ganz flach und unser Körper wird nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Unser Körper reagiert mit Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Verdauungsproblemen, bis hin zu Atemnot. Sind wir entspannt, atmen wir vor allem tief in den Bauch ein – das nennen wir die sogenannte Tiefenatmung. 

Pranayama ist eine wichtige Säule im Yoga – sie bezeichnet die Zusammenführung von Körper und Geist durch Atemübungen. Energie (Prana) wird freigesetzt und bewusst gelenkt. Die Wechselatmung (Nadi Shodhana) ist eine der klassischen Atemübungen im Yoga und eine hilfreiche Technik bei Nervösität, Schlaflosigkeit und emotionalen Spannungen. Sie sorgt dafür, dass Energie ungehindert durch deinen Körper fliessen kann und dein Geist klar und ruhig wird. Die Wechselatmung ist eine tolle Methode, die dich in deine Mitte zurückbringt, deine Lungenkapazität erhöht und die Aktivitäten der linken und der rechten Gehirnhälfte ausgleicht. Gleichzeitig trainierst du das Herz-Kreislaufsystem und machst dich stark für den Alltag. So beugst du auch Erkältungen, Allergien, Asthma und Heuschnupfen vor. 

Anleitung für die Wechselatmung

Das korrekte Praktizieren der Wechselatmung hilft dir, die beiden gegensätzlichen Energien (Yin und Yang) in sich zur Harmonie zu bringen. Dies ist die wesentliche Voraussetzung für einen Aufstieg der Energie (Ki oder sog. Prana) durch den Haupt-Energiekanal in der Wirbelsäule. Nadi Shodhana kann zu jeder Tageszeit praktiziert werden. Zur Durchführung nutzt du das Vishnu Mudra. Diese Handhaltung wird eingesetzt, um den Atemstrom zwischen dem rechten und dem linken Nasenloch zu regeln. Das Vishnu Mudra wird nur mit der rechten Hand durchgeführt.

  1. Hebe die rechte Hand. Schließe mit dem rechten Daumen den rechten Nasenflügel. Atme durch den linken Nasenflügel 4 Sekunden lang ein. 
  2. Schließe beide Nasenflügel mit Daumen und Ringfinger und halte die Luft 4 Sekunden lang an.
  3. Öffne den rechten Nasenflügel und atme durch den rechten Nasenflügel 8 Sekunden lang aus. Leere die Lungen dabei (fast) vollständig.
  4. Halte den linken Nasenflügel geschlossen und atme durch den rechten Nasenflügel 4 Sekunden lang ein.
  5. Schließe beide Nasenflügel und halte die Luft 4 Sekunden lang an.
  6. Öffne den linken Nasenflügel und atme 8 Sekunden lang durch den linken Nasenflügel aus.
  7. Beginne wieder von vorne…

Übe mindestens 3 – 8 Runden. Du kannst das bis auf 20 – 30 Minuten steigern, wenn du magst. Beginne mit einem Verhältnis: “Einatmen:Anhalten:Ausatmen” mit 4:4:8. Steigere es langsam auf 4:8:8, dann auf 4:12:8 und schließlich auf 4:16:8.

Beobachte die Reaktionen deines Körpers genau und erlaube dir darauf zu reagieren, solltest du in Atemnot kommen oder dich verspannen. Es gilt in diesem Fall die alte Yoga-Regel: Folge nicht einfach blind deinem Yogalehrer und überprüfe stets, was für dich stimmig ist und was deinem Körper gut tut. Schwangeren und Kindern wird empfohlen, die Wechselatmung ohne Atempausen ausführen.

Der mit Ein- und Ausatmung verbundene Rhythmus ist ein elementarer Rhythmus des Lebens. Atem ist Leben, Leben ist Atmen! Ich wünsche dir viel Freude beim Praktizieren.

Namasté Bianca